Stadtmarketing-wie ich es sehe

Eine stetige Herausforderung

Das Marketing und damit auch das Stadtmarketing hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr gewandelt. Heute steht der Mensch im Mittelpunkt, früher das Produkt. Dies auch deshalb, weil die sozialen Medien eine ganz andere Kommunikationskultur geschaffen haben. In der digitalen Wirtschaft sind Verbraucher in horizontalen Gemeinschaften sozial miteinander vernetzt. Sie sind gut informiert. Und der mögliche Verbraucher weist viele Facetten auf, von der Altersstruktur einmal ganz abgesehen!
Und Marketing muss „schnell“ sein, sofort erfassbar ! Jeder kennt „wisch und weg“….

Stadtmarketing braucht eine Marke.

Die Marke Vöcklabrucks heißt „Stadt mit Vielfalt und Genuss“, ein viel gebrauchter Untertitel ist „Wohlfühlstadt“.
Gekonntes Stadtmarketing nimmt den möglichen Besucher und Konsumenten auf eine „customer journey“ mit. Eine Reise, die über das Kennenlernen zum „Mögen“ der Marke führt, danach über die auszulösende Neugierde zum Kauf und schließlich zur Weiterempfehlung. Letztere ist extrem wichtig, um zukünftige Umsätze zu lukrieren.

Einschub: in der amerikanischen Literatur bei Philip Kotler „Marketing 4.0“ liest sich das so:

Die customer journey beruht auf den 5 „As“: aware, appeal, ask, act, advocate=kennenlernen, mögen, neugierig werden, kaufen, weiterempfehlen. Das ist die Perlenschnur, an der erfolgreiches Stadtmarketing abläuft. Schafft man es nicht, vom Kennenlernen zum „Mögen“ zu kommen, ist da schon Sense mit Umsätzen !

Wir steigen in das Vöcklabrucker Stadtmarketing ein, in die Welt der Marke “Stadt mit Vielfalt und Genuss“

Damit der mögliche Kunde die Marke VB kennenlernt, erfolgt durch das Stadtmarketing allgemeine Werbung über Printmedien, TV, Kino und digitale Medien. Daneben gibt es Events wie Feuernacht, Blumenmarkt, Weihnachtsmarkt, Winterzauber-Feuernacht.

Aber auch z.B. Sportevents wie das Bocchia-Turnier. Alles Maßnahmen, um die Bekanntheit von Vöcklabruck bzw. besonders der Innenstadt zu erhöhen.

Damit der Besucher die Stadt sympathisch findet, achtet das Stadtmarketing vor allem auf das Ambiente, die Bequemlichkeit, die Treffpunktqualität. Das Stadtmarketing sorgt sich auch um entsprechenden Blumenschmuck in roten Eternittrögen, denn schließlich ist VB auch „Eternitstadt“.

Auf Stimmung achten !

Positive Stimmung sorgt klarerweise für entsprechende Frequenz. Angemerkt sei, dass Stimmung ein unbezahlbarer Hebel nach oben sein kann. Stimmung kann aber auch jederzeit kippen, das Stadtmarketing, und auch alle anderen Akteure, müssen da stets ein Auge darauf haben.

Kaufabschluss

Wir sind jetzt knapp dran, den ersten Kaufabschluss zu tätigen oder die erste Konsumation zu verkaufen. Die Neugierde haben wir durch „Mein Stadtmagazin“, durch Facebook, durch allgemeine Werbung und auch durch die Geschenkgutscheine geweckt. Wir legen in VB noch ein Schäuferl drauf durch die Treffpunktkomponente mit den 2 Märkten in der Woche und den sommerlichen Flohmärkten. Schanigärten! Gleichzeitig gibt es Veranstaltungen wie Tag für Kinder, der Nikolaus kommt, aber auch Vernisagen, Konzerte und dgl.
Klarerweise erfolgt eine permanente Betreuung der Besucher über digitale Medien, das Stadtmarketing postet praktisch jeden Tag.

Die Geschäfte

Der Kaufakt schließlich ist im Verantwortungsbereich der Geschäfte, Auslagen, Freundlichkeit, Kompetenz, Öffnungszeiten. In Zukunft extrem wichtig, Präsenz nicht nur offline, sondern auch über eine entsprechende regionale Verkaufsplattform online. Darum wird sich das Stadtmarketing in Zukunft stark bemühen müssen.
Im groben kann man sagen, alle Akteure leben in einer großen Blase: das Stadtmarketing sorgt für Werbung, Ambiente, Frequenz, die Geschäfte und die Gastrobetriebe „schießen den Vogel“ ab.

Kunde, bitte, komm bald wieder ! Die Komponente der Weiterempfehlung ist von steigender Wichtigkeit. Facebook ist hier ein wichtiges Hilfstool.

Wohin geht die Marketing-Reise?

Ohne Zweifel wird das Geschichtenerzählen über eine Marke, über eine Stadt immer wichtiger. „Hard facts“ durch „soft-facts“ ersetzen, quasi. Im englischen heißt das „Content-Marketing“. Das wird eine sehr arbeitsintensive Aufgabe, die auf mehreren Schultern ruhen sollte. Denn „Content-Erstellung“ ist sehr zeitintensiv.
Danke für das Durchlesen: Hoffentlich entspricht der „Content“ !

by maximilian lötsch